Spiel auf Zeit

Die E-Mobilität beschleunigt gerade gewaltig in alle Bereiche. Aus Kundensicht werden vor allem die langen Ladezeiten häufig als Ausschlusskriterium angeführt. Der Piëch Mark Zero will hier neue Maßstäbe setzen. Ganz schnell. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Warten ist der nervige, kleine Bruder des Müßiggangs. Vor allem im mitteleuropäischen Zeit-Verständnis. Und vor allem dann, wenn man eigentlich fahren will. Völlig egal wohin. Die Elektromobilität hat genau damit aktuell ihre Liebe Mühe und Not. Der Piëch Mark Zero will die Ladezeit seiner Batterien für 80 Prozent jetzt auf 4 Minuten 40 Sekunden reduzieren. Das ist eine Ansage.

Piëch will mit der kurzen Ladezeit einen neuen Standard in der Autoindustrie setzen. Dies ermögliche ein neuer Zelltyp, den Piëchs chinesischer Batteriepartner Desten entwickelt habe. Die Zellen der Lithium-Ionen-Akkus sollen sich beim Laden und Entladen kaum erwärmen, dabei gleichzeitig eine hohe Rekuperations-Rate erreichen und sich sehr schnell wieder aufladen lassen.

An einer herkömmlichen Schnellade-Säule, so wie diese in drei Jahren auf dem Markt sein werden, betrage die Ladedauer bei einer Systemspannung von 400 Volt (350 kW) für 80 Prozent Kapazität acht Minuten, so Piëch. Mit einem vollen Akku soll der Mark Zero laut WLTP 500 Kilometer weit kommen.

Doch nicht nur diese kurze Zeitspanne sei ein großer Vorteil für den geplanten Sportwagen: Weil sich die Batterien nur so wenig erhitzen, lassen sie sich zudem vollständig von Luft kühlen, was zu einer Gewichtsersparnis von rund 200 Kilogramm beiträgt.

Das Gesamtgewicht des Mark Zero soll daher unter 1.800 Kilogramm liegen. Zwei Synchronmotoren an der Hinterachse leisten jeweils 150 kW, dazu kommt ein Asynchronmotor an der Vorderachse, der ebenfalls 150 kW leistet. Insgesamt stehen damit bis zu 450 kW (611 PS) zur Verfügung. Durch eine modulare Plattform lasse der Elektroantrieb in späteren Modellen aber auch durch einen Hybrid- oder Brennstoffzellenantrieb ersetzen, so Piëch.

Der Baukasten ermögliche bis zu 50 verschiedene Varianten des Fahrzeuges, darunter auch Viersitzer und SUV. Sogar ein Cabrio sei möglich. Piëch plant, den Mark Zero 2022 auf den Markt zu bringen, also in drei Jahren. Es bleibt demnach noch ein wenig Zeit. Zum Warten. Oder für einen Müßiggang.

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