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I, Robocar: Alejandro Mesonero über KI im Auto

Text
Matthias Mederer

Fotos
David Breun

SEAT Designchef Alejandro Mesonero traut künstlicher Intelligenz im Designprozess der Zukunft einiges zu. Allerdings in erster Linie auf rationaler Ebene. Die Emotion sieht er weiterhin beim Menschen.

Herr Mesonero, wenn wir über die Zukunft der Mobilität reden, reden wir über künstliche Intelligenz, kurz: KI. Ganz generell gefragt, ist KI für Sie ein reines Technikthema, Stichwort: autonomes Fahren, oder ist es auch ein Designthema?
Für mich ist es neben den ganzen technischen Aspekten natürlich auch ein Designthema. Wir reden hier über den Charakter oder die Eigenarten einer KI. Als Menschen neigen wir dazu, alle Dinge mit denen wir zu tun haben zu vermenschlichen. Wir geben ihnen Namen, die Front eines Autos erinnert an ein Gesicht. Warum sollte also nicht auch die KI in einem Auto gewisse, dem Auto entsprechende, menschliche Züge aufweisen?

Wie sähe der Charakter einer KI für den neuen Arona aus?
Ich sehe den Ibiza mehr als einen Jungen und der Arona ist für mich tendenziell mit eher weiblichen Attributen ausgestattet: elegant, optisch sehr ansprechend und auch darauf bedacht, immer in der passenden Kombination aufzutreten, mehr auf Details zu achten. Frauen haben für mich in diesem Punkt ein weitaus stärker ausgeprägtes Bewusstsein.

»Für mich ist der Designprozess ein Mix aus rationalem Denken und Emotion.«

Gehen wir einen Schritt zurück und beginnen beim Designprozess. Können Sie sich vorstellen, dass in Zukunft Alexa oder Siri bei ihren Design-Meetings mit am Tisch sitzen und eigene Ideen einbringen?
Absolut. Für mich ist der Designprozess ein Mix aus rationalem Denken und Emotion. Und speziell für den rationalen Teil kann ich mir vorstellen, dass künstliche Intelligenz in Zukunft einen Beitrag zum Designprozess leisten kann, basierend natürlich auf einer Unmenge an Daten, die so eine Intelligenz verarbeiten und neu kombinieren kann, ganz ähnlich der menschlichen Intuition, die ja auch in einer Form auf Daten beziehungsweise Erfahrung basiert.

Kann man den Designprozess nicht komplett den Schaltkreisen von Computern übergeben, nur noch Eckpunkte und Parameter eines neuen Modells vorgeben und sich dann ein fertiges Design präsentieren lassen?
Nein, das glaube ich nicht. Unser menschliches Gehirn ist viel zu anspruchsvoll, als dass es sich so einfach simulieren ließe. Ich glaube, wir werden noch sehr lange Designentscheidungen treffen. Natürlich weiß niemand wie das in hundert Jahren aussehen wird. Aber für die kommenden Jahre, glaube ich, dass der Mensch hier maßgeblich entscheidet.

Kunden verlangen mehr und mehr nach personalisierten Modellen. Mit dem Arona bietet SEAT mehr als 60 Kombinationsmöglichkeiten aus Exterieur und Interieur. Haben Sie die Individualisierung als Zeitgeist erkannt?
Es ist zumindest mehr als ein Trend. In diesem Segment ist es ein Must-Have. Kunden, ob nun jung oder jung geblieben, wollen diese Individualisierungsmöglichkeiten, sie möchten, dass ihr Auto ihre Persönlichkeit ausdrückt und auch zu ihrem eigenen Charakter passt.

»Der Arona ist für mich tendenziell mit eher weiblichen Attributen ausgestattet: elegant, optisch sehr ansprechend und auch darauf bedacht, immer in der passenden Kombination aufzutreten.«

Womit Design in seiner Bedeutung noch mehr steigt.
Richtig. Früher war der Wert der Technik, technologische Neuheiten bei einem Auto extrem wichtig. Heute ist der Wert der Technik durch einen über alle Marken hinweg sehr hohen Standard fast demokratisiert, es gibt für den Kunden kaum ausmachbare Unterschiede, dadurch rücken andere Dinge zur Abgrenzung in den Vordergrund. Und da fällt Design natürlich auf den ersten Blick ins Auge. Der emotionale Wert kommt so zum Tragen. Wie sieht das Auto aus? Wie wirkt es? Wie fährt es sich?

Wird sich Design noch weiter verändern in der Zukunft? Stichwort: flexibles Design?
Ich denke ja. Wir beginnen hier ja erst die Möglichkeiten zu entdecken. Der Designprozess entwickelt sich und ich denke, das wird in Zukunft im Hinblick auf die Individualisierungsmöglichkeiten noch sehr weit gehen. Vielleicht sogar so weit, dass sich tatsächlich Designelemente beim Exterieur verändern, vor allem aber auch beim Interieur, mit Blick auf autonomes Fahren, Konnektivität, oder einer persönlichen Lounge-Atmosphäre. Das ist zwar technisch äußerst anspruchsvoll, aber ich sehe solche Dinge in der Zukunft auf jeden Fall.

Wann wird es so weit sein?
Sobald die Thematik des autonomen Fahrens etabliert ist, werden wir hier sehr schnell neue Dinge im Bereich Personalisierung sehen. Wenn ich eine Jahreszahl nennen müsste, vielleicht 2025, oder 2030. Und das ist nicht mehr so weit weg, wenn man bedenkt, dass es sich bei diesem Zeitraum gerade mal um ein oder zwei Automobil-Generationen handelt.

»Kunden, ob nun jung oder jung geblieben, wollen Individualisierungsmöglichkeiten, sie möchten, dass ihr Auto ihre Persönlichkeit ausdrückt und auch zu ihrem Charakter passt.«

Busy working on the new ramp issue Verstanden

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