facebook_pixel

Kilian Trenkle: Yin und Yang auf Bayrisch

Text
Alexander Morath

Fotos
Peter von Felbert

Früher glaubten die Leute, dass das Geläut Geister fernhält. Was offenbar nicht für Freigeister wie Kilian gilt.

Eigentlich ist Kilian Trenkle Yogalehrer und stellt als solcher zwar nicht die Welt, dafür aber gerne mal sich selbst auf den Kopf. Das passende Tool dazu hat er bereits entworfen: Den FeetUp® Yogahocker. Dabei handelt es sich um einen Holzstuhl mit Schulterpolstern, der selbst ungelenke Yoganistas wirbelsäulenfreundlich in die Vertikale bringt. Kopfunter, versteht sich.

Und weil so ein Kopfstand nicht nur die Hirndurchblutung fördert, sondern gleichermaßen neue Perspektiven erschließt, hat der gebürtige Pfrontener noch eine weitere Leidenschaft für sich entdeckt: das Schmieden von Kuhschellen. »Neben dem Yoga nimmt das Schmieden inzwischen mehr und mehr Zeit ein.« Für bayrische Almen sind Kuhschellen so charakteristisch wie die Kühe selbst. Anhand des Klangs vermögen Hirten ihre Herde zu lokalisieren. Zum bayrischen Kulturgut gehören sie aber auch aus Tradition. Früher glaubten die Leute, dass das Geläut Geister fernhält. Was offenbar nicht für Freigeister wie Kilian gilt. Nach der Entwicklung seines Kopfstandstuhls ging er bei seinem Vater in die Lehre. Der ist ebenfalls Kuhschellenschmied  – und Kilian schreibt nun die Familiengeschichte fort.

Während Kilian beim Yoga mit buddhistischer Gelassenheit in sich selbst ruht, kehrt er beim Schmieden zu einer archaisch-urmännlichen Form des Seins zurück.

Nicht aus Zwang oder Pflichtgefühl, sondern weil es ihn fasziniert, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen, etwas Handfestes also. Während Kilian beim Yoga mit buddhistischer Gelassenheit in sich selbst ruht, kehrt er beim Schmieden zu einer archaisch-urmännlichen Form des Seins zurück. Yoga, so sagt er, repräsentiere seine weiche Seite. Das Schmieden sei dann das Kontrastprogramm. Schließlich benötigt es einen erheblichen Kraftaufwand und nicht zu vergessen: Ausdauer.

Rund tausend Schläge sind erforderlich, um die zwei glühenden Stahlflächen nach ihrer Taufe im Feuerbad in die typisch gewölbte Glockenform zu bringen. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb: »Schmied ist der schönste Beruf der Welt.« Zudem hat der Bewegungsablauf für Kilian etwas Meditatives. Womit sich der Kreis zum Yoga wieder ganz wunderbar zenartig schließt.

Meet us at Frankfurt Book Fair 11-15 Oct 2017! Hall 4.1/Stand J94. Verstanden

Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close