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Wie Lamborghini der E-Mobilität das Brüllen lehrt

Text
Michael Köckritz

Fotos
Matthias Mederer

Lamborghini stellt mit dem Terzo Millennio eine E-Studie vor. Herrlich laut. Und herrlich glaubwürdig, findet zumindest Michael Köckritz. Ein Kommentar.

E-Mobilität ist sauber, E-Mobilität ist vernünftig, E-Mobilität ist leise, E-Mobilität rettet die Menschheit. Mindestens. Alles Blödsinn! Fast alles. Null Gramm CO2-Ausstoß klingt wie ein Märchen. Und genau das ist es auch. Ein Auto wird in seiner Gesamtbilanz nie komplett CO2-frei sein. Bremsen, Reifen und vor allem die Herstellung oder die zum Betrieb benötigte Stromproduktion werden noch jahrzehntelang CO2 ausstoßen. Die aktuelle Debatte über gute und böse Autos wird überwiegend weder sachlich noch objektiv geführt. Und fad ist sie mittlerweile obendrein. Selbst Elon Musk zeigt gewisse Abnutzungserscheinungen, liefert Tesla doch mehr Schlagzeilen als Autos aus. Jetzt steigt Lamborghini mit der Studie Terzo Millennio in die Debatte ein und der erste Reflex ist eindeutig: ausgerechnet Lamborghini. Wobei hier je nach Standpunkt wohl lediglich über das Satzzeichen Uneinigkeit herrschen dürfte. Ausrufezeichen oder Fragezeichen? Als Mitja Borkert, Lamborghini Chefdesigner, mir vor einigen Wochen noch in der Entstehungsphase einen ersten exklusiven und streng vertraulichen Blick auf den Terzio Millennio gewährte, war für mich augenblicklich klar: Ausrufezeichen! Unbedingt! Und gleich noch zwei weitere Ausrufezeichen, nachdem Mitja mir ein paar Details zu diesem Projekt erklärte.

»Das Elektro-Projekt ist keineswegs gegen die Verbrenner gemünzt, erst Recht nicht gegen die Art, wie wir sie bauen«, sagt er, »es zeigt aber eine Alternative auf. Wir sind eine junge Marke, wir nehmen aktiv am Leben teil und wir müssen selbstverständlich auch eine Antwort auf die Themen finden, die derzeit in aller Munde sind.« Darüber hinaus gehen wir einfach mal davon aus, dass ein solches Projekt in einem Konzern wie VW sicherlich nicht nur Jubelschreie entfacht haben dürfte und sich Mitja mit seinem Team auch gewissen Widerständen entgegen stemmen musste. Doch das wiederum spannt für sich ja einen herrlichen Bogen zur Lamborghini-Historie. »Bau du lieber weiter Traktoren«, soll ein gewisser Enzo Ferrari einst Ferruccio Lamborghini motiviert haben. Nur zu gut vorstellbar also wie auch Mitja einen Satz zu hören bekam, wie: »Bau du nur weiter Zehn- und Zwölfzylinder-Verbrenner.« So brachial, so laut, so Lamborghini wie der Terzo Millennio sich auf den Boden streckt, so konsequent ist er dann auch in seinen technischen Lösungen. Denn einfach mal etwas kreativ rumspinnen ist nicht. Sehr konkret und sehr ernsthaft setzte sich Lamborghini mit zwei Laboratorien des MIT in Bosten zusammen und erdachte Lösungsansätze. »Wir können jetzt ohne gänzlich abgehoben zu wirken mehrere Schritte auf einmal tun und dabei auch mal revolutionären Gedankengängen folgen«, sagt Mitja Borkert. Mehr dazu dann in der kommende ramp.

Für den Moment nur soviel: Die Automobilindustrie befindet sich aktuell in einer spannenden Phase der Neu-Positionierung. Konzerne und ihre Marken versuchen sich für die Zukunft auszurichten. Mit dem Terzio Millennio setzt Lamborghini einen herrlich lauten Zwischensprint an, mit dem wohl die wenigsten gerechnet haben und der neue Blickwinkel auftut. Plötzlich scheint die E-Mobilität in einem anderen Licht, greller, schärfer. Der Terzio Millennio wird das Rennen um die Elektro-Mobilität nicht entscheiden, aber er bringt eine ganz neue Dynamik in diesen Wettstreit und zieht das Tempo deutlich an. Zudem sieht er darüberhinaus schlicht fantastisch aus. Mal schauen, wie die anderen reagieren.

»Wir können jetzt ohne abgehoben zu wirken mehrere Schritte auf einmal tun und dabei auch mal revolutionären Gedankengängen folgen«

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