BMW Motorrad: »Können Sie Fahrradfahren?«

Interview
Marc Röder

Fotos
Sebastian Bender

Freude am Motorradfahren? Die hatten wir im Rahmen der 18. Ausgabe der BMW Motorrad Days in Garmisch-Partenkirchen allemal. Damit aber auch andere auf den Geschmack kommen, hat BMW Motorrad gemeinsam mit dem ADAC die BMW Motorrad RIDES ins Leben gerufen. Und weil wir das jetzt etwas genauer wissen wollten, haben wir mal bei Henning Putzke, Leiter BMW Motorrad Deutschland, und Günther Zaloga vom Fahrsicherheitstraining des ADAC nachgefragt.

v.l.n.r.: Günther Zaloga und Henning Putzke

Hier auf den BMW Motorrad Days ist ja ganz schön was los. Abseits solcher Events sieht die Realität oft anders aus.
Henning Putzke: Ja, leider. Wir mussten in den letzten Jahren immer wieder feststellen, dass zunehmend weniger Leute aufs Motorrad steigen. Das spiegelt sich dann auch im Durchschnittsalter wieder, da von unten immer weniger junge Leute nachkommen. Mit den BMW Motorrad RIDES wollen wir das ändern und bei den Menschen wieder die Begeisterung fürs Motorradfahren entfachen.

Habt ihr da eine bestimmte Zielgruppe im Kopf?
Günther Zaloga:
Wir haben vier Programme und sprechen damit vier unterschiedliche Gruppen an. Da hätten wir etwa das Programm RIDE FIRST zum Reinschnuppern, konzipiert also für Menschen ohne Motorradführerschein. Diesen Leuten bieten wir die Gelegenheit, einfach mal auszuprobieren, ob ihnen das Motorradfahren grundsätzlich Spaß macht. Die zweite Gruppe besitzt einen Führerschein, ist aber schon jahrelang nicht mehr Motorrad gefahren. Mithilfe unseres RIDE AGAIN-Programms gilt es diesen Leuten die Freude am Motorradfahren zurückzubringen. Das RIDE ADVANCED-Programm wiederum ist für fortgeschrittene Motorradfahrer. Es besteht aus klassischen Fahrtrainings, die darauf abzielen, die Fahrfertigkeiten zu verbessern. Das vierte Programm schließlich nennt sich RIDE OUT. Hier bringen wir Menschen zusammen, mit denen wir gemeinsam als Gruppe auf Tour gehen. Also im Grunde vier komplett unterschiedliche Gruppen, die trotzdem eine Sache eint: der Spaß am Motorradfahren.

Sprechen wir kurz über das RIDE FIRST-Programm. Kann hier jeder mitmachen oder gibt es für die Teilnahme bestimmte Voraussetzungen?
Henning Putzke: 
Unsere Basisfrage ist: Können Sie Fahrradfahren? Das sollte man schon können. Der eine braucht vielleicht etwas länger, weil er Koordinationsprobleme hat. Bei anderen wiederum geht alles wie von selbst. Aber in all den Jahren hatte ich noch nie den Fall, sagen zu müssen: »Das wird nicht funktionieren.« Geht nicht, gibt‘s nicht – so unsere Devise.

Was ist ein typisches Einstiegsmotorrad, die G 310 vielleicht?
Henning Putzke: Bei den RIDE FIRST-Programmen ist es in der Regel eine 310er. Viele schielen aber auch in Richtung R nineT. Womit wir beim Thema Design wären. Die R nineT hat bei so vielen Menschen den Impuls ausgelöst, überhaupt oder wieder Motorrad fahren zu wollen. Gerade in unserem Wiedereinsteigerprogramm haben wir deshalb auch viele Teilnehmer, die ausdrücklich auf einer R nineT fahren möchten – und wir machen das möglich. Die haben dann ein Grinsen im Gesicht, das sieht man sogar unter dem Helm.

Sind die einzelnen Programme auch untereinander kombinierbar?
Günther Zaloga: Klar! Du kannst beispielsweise am Morgen an einem RIDE AGAIN-Programm teilnehmen, um erst einmal herauszufinden, ob dir das Motorradfahren nach so langer Zeit überhaupt noch Spaß macht. Sollte das der Fall sein,  kannst du es mittags kombinieren – etwa mit einer RIDE OUT-Tour, also mit einer Ausfahrt in der Gruppe.

Was passiert, wenn Regen während eines Trainings einsetzt?
Günther Zaloga: Das wird knallhart durchgezogen. Klar, am Anfang sind die Teilnehmer oft ein wenig skeptisch, aber im Nachhinein doch dankbar über die Erfahrungen, ein Bike auch mal bei Regen bewegt zu haben. Nur so wächst das Vertrauen in das Motorrad und die Reifen, was in meinen Augen sehr wichtig ist. Vor allem deshalb, weil sie zukünftig auch bei einsetzendem Regenschauer befreit weiterfahren und Spaß an der Tour haben können.

In welchem Zeitraum starten eure Programme?
Günther Zaloga: Naja, das ist wetterabhängig. Wir fangen meistens Mitte März an. Und das Ganze läuft dann bis Anfang, Mitte Oktober. Wir hatten natürlich auch schon das Problem, dass Mitte März der große Wetterumschwung kam, daraufhin mussten wir fünf bis sechs Kurse absagen. Die Teilnehmer bekamen aber alle neue Termine. Kostenlos, versteht sich.

Und wie kann ich an so einem Programm teilnehmen?
Henning Putzke: Ganz einfach online unter motorrad-rides.de buchen. Auf der Homepage erfährst du außerdem, in welchen Zentren welches Programm angeboten wird.

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