CORVETTE Z06: Defeating Gravity

Text
Helmut Werb

Fotos
Chevrolet

In einer Corvette Z06 den Berg runterzufahren, ist nichts besonderes. Herauszufinden, wer schneller ist am Klausenpass im Kanton Uri, die Vette oder ein norwegischer Wingsuit-Profi? Priceless.

Die Corvette gehört zum amerikanischen Mythos wie der Malt Shop und der Drag Strip, ehemals bevorzugte Treffpunkte pubertierender Teenager. In den 65 Jahren, die es den ikonischsten aller US-Sportwagen schon gibt, haben junge – und alte – Fans der Vette immer wieder die außergewöhnlichsten Spielchen und Wettbewerbe mit ihr veranstaltet, von improvisierten Drag-Races an der Ampel bis hin zu einem irrwitzigen Rennen zwischen einer brandneuen Z06 und einem freundlichen Norweger in einem Red Bull-Wingsuit.

Say what?

Oliver Gavin, Corvettes Premier Racing Driver und fünfmaliger Le Mans-Gewinner, in einer Corvette Z06 gegen Jokke Sommer, professioneller Wingsuit Flyer mit über 3000 Top-Absprüngen, in einem, na ja, einem Wingsuit eben, einem Outfit, der den skandinavischen Filmemacher und Basejumper ein wenig wie ein fliegendes Eichhörnchen aussehen lässt.

Was der Action keinen Abbruch tut.

Beide wissen, was angesagt ist. Wer zuerst zwischen den roten Rauchbomben im (tiefen) Tal landet, hat gewonnen.

Wer wird das Rennen machen?
Beide tragen Helm.
Einer fliegt.
Einer ist angeschnallt.

Nicht umsonst heisst der Clip »Defeating Gravity«. Der Wingsuit-Pilot hat ein paar nicht ganz so faire Vorteile, die im Video schnell deutlich werden – eine schnurgerade Linie von oben nach unten, das dramatisch steile Alpental des berüchtigten Klausenpasses im Kanton Uri hinunter, knapp vorbei an brachialen Abhängen (und einmal streift er fast die Vette), und wer Jokkes Flug-Videos kennt, weiss, dass er’s gern eng mag.

Die Corvette hingegen muss vor dem Ziel ein Dutzend Haarnadelkurven durchfahren, bevorzugt quer und mit qualmenden Michelins, und die kurzen Schnellen dazwischen in einer Geschwindigkeit bewältigen, die eine zufällig vorbeischlitternde Schlange an ihrer eidgenössischen Lebensphilosophie zweifeln lässt.

Zweitens springt der Wingsuit-Man aus einem Helicopter (was immer ein Vorteil ist) und aus einer Höhe von 3500 Metern. Gavin in seiner roten Corvette hingegen startet auf der Klausenpass-Höhe von 1948 Metern.Gavin hat’s im Griff, aber ein bisschen James Bond ist das schon.

Oliver Gavin, der Vette-Mann für LeMans, hat jedoch noch andere Vorteile. Erstens sitzt er in einer 6,2 Liter-Supercharged Corvette C7 Z06 mit 659 PS und beschleunigt von 0 auf 100 in nur 3,8 Sekunden, wohingegen sich Jokke nur auf die Schwerkraft verlassen kann. Zweitens hat die Z06 in der Vergangenheit die Nordschleife des Nürburgrings mit weit unter 7 Minuten absolviert und weiß folglich, wie man sich auf einer kurvenreichen Strecke zu benehmen hat, um ganz vorne anzukommen. Und drittens hat Amerikas Sportwagen ein Drehmoment von 881 Nm, extrem hilfreich beim Herausbeschleunigen aus engen und nicht ganz so engen Kurven, angekoppelt an ein superleicht zu handelndes 7-Gang Schaltgetriebe.

Jokke hat eine Reißleine.

Der Klausenpass selbst ist Aufregung solcher Art gewohnt. Zwischen 1922 und 1934 fanden hier regelmäßig Bergrennen statt. Vor fünf Jahren noch gab’s das letzte Vintage Race, allerdings fuhren die Wettbewerber damals immer den Berg rauf. In unserer Variante gewinnt Gavin schlussendlich. Knapp und nicht ganz unerwartet, aber immerhin, und man fragt sich, wieviel Takes es wohl gebraucht hat, bis die/der Zieleinfahrt/flug so punktgenau saß.

Jokke muss sein Zeug selber aufräumen.
Oliver fährt in der Vette nach Hause.

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