Buy a kit, build a Dream: Meyers Manx wird elektrisch

Das richtige Fahrzeug für den (nächsten) Sommer? Ist ein sehr berühmter Dünenbuggy – von Bruce Meyers, bekannt unter dem Namen Meyers Manx. Jetzt auch elektrisch als »Manx 2.0 EV«. Und wer trotzdem das Original bevorzugt, dem sei gesagt: es gibt es das erste Bastel-Set noch heute zu kaufen.
Text Michael Petersen
Bild Meyers Manx

Fangen wir die Geschichte von hinten an: Im November 2020 verkauften Bruce Meyers und seine Frau Winnie ihre Firma Meyers Manx. Und der neue Besitzer, eine Investmentfirma namens Trousdale Ventures, versprach, eine neue Generation von Buggys zu schaffen, die ebenso viel Spaß machen, wie es den Originalen seit fünf Jahrzehnten ausnahmslos gelingt. Jetzt ist es Sommer 2022 – und das Versprechen wird eingelöst, denn vor wenigen Tagen hat Meyers Manx den »Manx 2.0 EV« vorgestellt. Cool wie eh und je – und jetzt nicht nur in Sachen Design besonders clean, sondern auch beim Antrieb.

Der Buggy soll in Serie 205 elektrische PS bekommen – und mit dem großen Akkupack bis zu 582 Kilometer schaffen. Der kleine Pack wiederum garantiert für 240 Kilometer Reichweite, versichert der Hersteller. Das wichtigste ist aber: die Maße des »Neuen« sind exakt dieselben wie auch damals bei Steve McQueens Buggy. Zusammen mit dem neuen Antrieb wird es so jetzt noch cooler, als ohnehin schon bekannt. Nur auf den Blick auf den offenstehenden Motor im Heck müssen wir in Zukunft verzichten.

Aber zurück zu den Anfängen: Das Original aller Dünenbuggys fertigte Bootsbauer Bruce Meyers 1963 von Hand auf Basis eines VW Käfer. Die erste Kleinserie, die er herstellte, verschlang zu viel Zeit und Geld, also kreierte er ein Kit zum Selberbauen. Für 535 US-Dollar verschickte Meyers eine leichte Fiberglaskarosserie samt Motorhaube, Armaturenbrett, Scheinwerfer, jeder Menge Kleinteile und die gerade mal sieben Seiten umfassende Bauanleitung. »Versuche es nicht mit einem VW Bulli, einem Variant, Karman Ghia oder Porsche«, steht in dem Papier. Individuelle Abweichungen vom Bausatz sind nicht nur geduldet, sondern geradezu erwünscht.

Credit: Meyers Manx

Der Käfer eignet sich ideal für den Umbau, weil sich die Karosserie recht leicht vom Chassis trennen und entsorgen lässt. Die Basis für den Buggy bildet eine in ihrer Mitte um 365 Millimeter gekürzte Bodenplattform. Fahrwerk, Motor, Ge­triebe, Sitze, Pedale, Bremsen, Tank, Tacho, Lenkung, Kabelbaum – alles kann verwendet werden. Die Räder besser nicht. Sie werden durch schicke Felgen samt breiten Pneus ersetzt. Auch der Auspuff hat ausgedient. Einen ordentlichen Boxersound liefern Teile aus dem Zubehörhandel. »Jeder mit durchschnittlichen mechanischen Fähigkeiten kann die Arbeit an ein paar Wochenenden erledigen« verspricht die B. F. Meyers & Company.

»Ich habe den Buggy nicht erfunden, nur eben den ersten mit einer Fiberglaskarosserie gebaut«, sagt Bruce Meyers. Im Gespräch mit Entertainer Jay Leno erzählt er, dass er nach dem Zweiten Weltkrieg Surfboards und Boote aus glasfaserverstärktem Kunststoff gebaut hatte. Diese Erfahrung mit dem Material war eine Voraussetzung für die Qualität seiner Sandflöhe: »Die Karosserie ist so stabil, dass du dich getrost auf den vorderen Kotflügel setzen kannst.«

Credit: Meyers Manx

An den Erfolg der Buggys glaubte Meyers übrigens nicht. »Erst als ich zum ersten Mal an einer Ampel stand und alle mein kleines Auto anstarrten, ahnte ich, was ich geschaffen hatte.« Bis 1971 entstanden 7.000 originale Meyers Manx, hinzu kommen geschätzte 350.000 Nachbauten. Seit der Jahrtausendwende lieferte Meyers Manx wieder Buggy-Bausätze aus. Motto: MEYERS MANX – MORE SMILES PER MILE. Dieses Motto gilt gewiss auch für die neuen Buggys.


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