Der Stier hoch vier: Lamborghini Countach

Mit »C4« kann man entweder Plastiksprengstoff, französische Kompaktwagen oder unseren ganz besonderen Trip durch Norditalien beschreiben. Und bei dem geht es um automobilen Geschmack, (k)eine explosive Beschleunigung und sicher keine Vernunftautos. Mit anderen Worten: Countach, Countach, Countach, Countach!
Text Matthias Mederer & Marko Knab
Bild Matthias Mederer · ramp.pictures

Das gewöhnliche Einmaleins beherrscht quasi jeder. Aber das italienische Viermalzwölf? Ist nochmal eine ganz andere Nummer. Lernen wir spätestens an diesem sonnigen Sommertag im Piemont, denn hier bewegen wir nicht weniger als vier Lamborgini Countach durch die Weinberge. Genauer gesagt: einen Countach LP400, ein 25° Anniversario, ein LP 400 S und ein LP 5000 QV. Ein Keil-Karosserie-Tross aus 48 Zylindern sozusagen. Vom Vogelgesang in den Hügeln, durch die wir uns schlängeln? Ist nicht viel zu hören, vielmehr zwitschert der Beifahrer bei einem Gas-Stoß, der die Jahrzehnte alten Maschinen und Passagiere ganz ins Hier und Jetzt holt. Man könnte auch sagen: so und nicht anders lebt man den Moment.

Das gewöhnliche Einmaleins beherrscht quasi jeder. Aber das italienische Viermalzwölf? Ist nochmal eine ganz andere Nummer. Lernen wir spätestens an diesem sonnigen Sommertag im Piemont.

Zu verdanken haben wir diesen Moment einem Schweizer – Albert Spiess. Er gilt als einer der bekanntesten und geschmackvollsten Sammler im Kosmos der Classic-Cars, meidet aber für gewöhnlich das Rampenlicht. Noble eidgenössische Zurückhaltung, eben. Nackenverspannende Spurts und extreme Querbeschleunigungen sind deshalb heute auch nicht die Losung – Spiess zieht eher die stilvollen und zurückhaltenden Demonstrationen vor.

So wie in dieser extrem engen Kehre, die uns bergauf führt. Nicht einmal mehr 1.000 Anschläge pro Minute macht die V12-Orgel in unserem Rücken, spielt aber unbeeindruckt weiter im zweiten Gang. Spiess lenkt, der Countach gehorcht. Und der Motor läuft, während wir fast stehen. Kein Ruckeln, kein Zucken. Spieß grinst und holt ein bisschen aus: »Wenn diese Motoren richtig eingestellt sind, ist das überhaupt kein Problem.« Weder beim Vierliter-Aggregat, das in unserem Countach arbeitet, noch beim Fünfliter-Äqivalent im LP500.

Kein Ruckeln, kein Zucken.
Spieß grinst und holt
ein bisschen aus:
»Wenn diese Motoren richtig eingestellt sind,
ist das überhaupt kein Problem.«

Und ja, richtig gelesen: der Countach LP500, die Urform, der Archetyp, der Sportwagen, der 1971 die Automobilwelt auf den Kopf stellte. Ihn hat Spiess erst kürzlich restaurieren lassen, zusammen mit Lamborghini. Womit wir dann auch schon beim italienischen Fünfmalzwölf wären. Und einem exklusiven Interview, das der sympathische Schweizer für die ramp #56 ebenfalls gegeben hat.

Beide Countach-Stories und weitere, exklusive Bilder finden sie in der aktuellen ramp #56.


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