Dieter Rams: Zehn Thesen für gutes Design

»Die Grundüberlegungen, die meine Arbeit als Designer bestimmen und die die Grundzüge meiner Design-Philosophie darstellen, wurden von mir in zehn Thesen formuliert. Eine unumstößliche Festschreibung sollen und können sie jedoch nicht sein, denn die Vorstellungen, was gutes Design ist, entwickeln sich weiter – so, wie sich Technik und Kultur weiterentwickeln.« Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Außer: Alles Gute zum 90. Geburtstag, Dieter Rams.
Text Dieter Rams
Bild Braun & Gary Hustwit

Gutes Design ist innovativ

Die Möglichkeiten für Innovation sind noch längst nicht ausgeschöpft. Die technologische Entwicklung bietet immer wieder neue Ausgangspunkte für innovative Gestaltungs-konzepte, die den Gebrauchswert eines Produktes optimieren. Innovatives Design entsteht aber stets im Zusammenhang mit innovativer Technik und ist niemals Selbstzweck.

Gutes Design macht ein Produkt brauchbar

Man kauft ein Produkt, um es zu benutzen. Es soll bestimmte Funktionen erfüllen – -Primärfunktionen ebenso wie ergänzende psychologische und ästhetische Funktionen. Gutes Design optimiert die Brauchbarkeit und lässt alles unberücksichtigt, was nicht
diesem Ziel dient oder gar entgegensteht.

Gutes Design ist ästhetisch

Die ästhetische Qualität eines Produktes ist integraler Aspekt seiner Brauchbarkeit.
Denn Geräte, die man täglich benutzt, prägen das persönliche Umfeld und beeinflussen das Wohlbefinden. Schön sein kann aber nur, was gut gemacht ist.

Gutes Design macht ein Produkt verständlich

Es verdeutlicht auf einleuchtende Weise die Struktur des Produkts. Mehr noch:
Es kann das Produkt zum Sprechen bringen. Im besten Fall erklärt es sich dann selbst.

Gutes Design ist ehrlich

Es lässt ein Produkt nicht innovativer, leistungsfähiger, wertvoller erscheinen, als es in Wirklichkeit ist. Es versucht nicht, den Verbraucher durch Versprechen zu manipulieren, die es dann nicht halten kann.

Gutes Design ist unaufdringlich

Produkte, die einen Zweck erfüllen, haben Werkzeugcharakter. Sie sind weder dekorative Objekte noch Kunstwerke. Ihr Design sollte deshalb neutral sein, die Geräte zurücktreten lassen und dem Menschen Raum zur Selbstverwirklichung geben.

Gutes Design ist langlebig

Es vermeidet modisch zu sein und wirkt deshalb nie antiquiert. Im deutlichen Gegensatz zu kurzlebigem Mode-Design überdauert es auch in der heutigen Wegwerfgesellschaft lange Jahre.

Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail

Nichts darf der Willkür oder dem Zufall überlassen werden. Gründlichkeit und Genauigkeit der Gestaltung sind letztlich Ausdruck des Respekts dem Verbraucher gegenüber.

Gutes Design ist umweltfreundlich

Das Design leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt. Es bezieht die Schonung der Ressourcen ebenso wie die Minimierung von physischer und visueller -Verschmutzung in die Produktgestaltung ein.

Gutes Design ist so wenig Design wie möglich

Weniger Design ist mehr, konzentriert es sich doch auf das Wesentliche, statt die -Produkte mit Überflüssigem zu befrachten. Zurück zum Puren, zum Einfachen!


ramp shop


Letzte Beiträge

It’s cool, men: Steiner Architecture f/f und der Ice Race Pavillon

Der sommerlichen Hitze begegnet man am besten wie die beiden Macher von Steiner Architecture f/f: mit kühl gedachten und gut umgesetzten Ideen. Wie zum Beispiel dem Ice-Race-Pavillon. Aber Flo Oberschneider und Ferdi Porsche hinterlassen mit ihrem gemeinsamen Architekturbüro auch sonst nachhaltig Eindruck.

Corvette Stingray: Abhängigkeitserklärung

Die große Freiheit? Genießt man nicht in vollen Zügen. Sondern im amerikanischen Sportwagentraum schlechthin: der Corvette Stingray. Ein hochfrequenter Roadtrip zum Unabhängigkeitstag. Einfach nur... perfekt!

Asket: Mode radikal neu gedacht

Eigentlich träumten August Bard Bringéus und Jakob Dworsky nur von dem perfekten weißen T-Shirt. Dann gründeten die beiden Schweden, die sich an der Stockholm School of Economics kennenlernten, das Fashionlabel Asket und begannen, das Thema Mode radikal neu zu denken.

Internationaler Matsch-Tag: ein Carwash mit dem Jeep Wrangler und Daniele Calonaci

Eine Vorwarnung am internationalen Matsch-Tag: Es wird schmutzig. Sehr schmutzig. Und Daniele Calonaci von Jeep zeigt, was es bedeutet, wenn ein Designer den ramp Carwash wörtlich nimmt.