Enjoy your meal

Einfach mal neu denken. Einfach das Sternerestaurant schließen und etwas Neues schaffen. Das war der Plan von Dominic Müller. Also setzte der Hotelier sich gemeinsam mit Küchenchef André Tienelt und seinem Team an einen Tisch und machte sich Gedanken über die Zukunft der Gastronomie. Das Ergebnis ist das Restaurant [maki:´dan] – mit einem Konzept, bei dem sich nicht alles um den Koch dreht, sondern um den Menschen.
Text Wiebke Brauer
Bild Hotel Ritter

Herr Müller, wie kommt man denn bitte auf die Idee, ein Sternerestaurant zu schließen?
Wir haben gemerkt, dass das, was wir tun, nicht mehr zeitgemäß ist. Offen gestanden erwischten wir uns dabei, wie wir Gästen mit einem kleinen Stäbchen über anderthalb Minuten den Teller erklärten. Das erschien uns völlig unsinnig.

Und was muss man sich unter dem neuen Konzept in dem Restaurant [maki:´dan] vorstellen?
Der Gedanke war, dass man sich einen schönen Abend bereiten will, nachdem man genügend Einschränkungen im Alltag hat und die nicht auch noch im Restaurant braucht. Also haben wir uns von den strengen Menüs verabschiedet und bieten nun Zwischengerichte an. Also ein À-la-Carte-Angebot, aus dem man frei wählen kann. Es gibt auch keine feste Reihenfolge. Außerdem kommen wir mit einem Bauchladen an den Tisch, darauf ist dann ein neues Gericht, das nicht auf der Karte steht. Weil die Küche eine gute Idee hatte oder der Händler einen ganz fantastischen Fisch. Und wir panschen Wein am Tisch.

Wie bitte?
Ja, die Gäste dürfen am Tisch mithilfe von Reagenzgläsern ihren eigenen Wein mischen. Wobei man sagen muss, dass ein Winzer streng genommen auch nichts anderes macht.

Und das Konzept funktioniert?
Ja, unglaublich gut, und die Stimmung ist eine ganz andere. Es ist laut, es ist lebendig. Und genau so möchte ich das haben, da kommt bei mir der Düsseldorfer durch.

»Es ist laut, es ist lebendig. Und genau so möchte ich das haben, da kommt bei mir der Düsseldorfer durch.«
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Dominic Müller

Würden Sie eigentlich sagen, dass sich der Stellenwert der Gastronomie und auch der Hotellerie durch die Pandemie verändert hat?
Ja, das glaube ich in jedem Fall. Jetzt findet eine neue Wertschätzung für Geselligkeit und Gastlichkeit statt, also für Dinge, die vorher als selbstverständlich galten.

Und was ist Ihnen für die Zukunft Ihres Hotels und des Restaurants am wichtigsten?
Das Wegkommen von den eigenen Eitelkeiten. Wir wollen einfach wieder den Bedürfnissen des Gastes gerecht werden. Da spielt das Thema Individualisierung natürlich eine Rolle – und dass alle Sinne angesprochen werden.




Dominic Müller wäre vermutlich auch ein guter Rennfahrer geworden – weil er den Fuß immer auf dem Gas hat. Mit 18 war der gebürtige Düsseldorfer stellvertretender Geschäftsführer einer Cocktailbar nahe der Königsallee, er studierte am International College of Hospitality Management in der Schweiz und eröffnete Hotels in Hamburg oder Rangoon, Myanmar. Mit seiner Frau machte er sich auf die Suche nach einer eigenen Immobilie, es wurde das Hotel Ritter in Durbach, ein 4-Sterne-Superior-Hotel im Schwarzwald, das Müller nunmehr seit zwölf Jahren führt. Zuletzt schloss er das dazugehörige Sternerestaurant und eröffnete das [maki:´dan], außerdem plant er für das Hotel eine andere Ausrichtung, für die eine Marke geschützt wurde. Ihr Name: »The Meaning Hotel«. Dabei geht es um Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit und nicht mehr um den schnöden Konsum.

Mehr Informationen über das Hotel Ritter Durbach im Schwarzwald und das Restaurant [maki:´dan] finden Sie auf


ritter-durbach.de


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