Ewan McGregor: Die andere Seite der Macht

Die einen kennen den Ewan McGregor aus dem »Star Wars«-Universum – oder als passionierten Motorradfahrer. Aber dann gibt es noch den Mann, der sich über die Umwelt Gedanken macht und den ID. Buzz schätzt. Allerdings saß er zu Hause auch schon mal im Dunkeln, weil der Solarstrom nicht reichte. Fünf Fragen an den schottischen Schauspieler.
Text Michael Köckritz
Bild Volkswagen

Mister McGregor, lassen Sie uns über Ihre Sammlung von alten Autos und Motorrädern sprechen. Wie kam es dazu?
Ich habe irgendwann in den letzten 15 Jahren festgestellt, dass ich sehr viel Freude daran habe, ein bestimmtes Fahrzeug zu suchen, es zu kaufen und es dann für mich zu optimieren. Das ist für mich einfach ein Hobby. Aber obwohl ich diese Leidenschaft für klassische Fahrzeuge habe und ich auch einfach mag, wie sie aussehen, heißt das nicht, dass ich neuen Technologien wie die Entwicklung hin zu elektrischen und nachhaltigeren Transportmitteln gegenüber nicht aufgeschlossen wäre. Ich finde diesen gesamten Bereich, diese Veränderung sehr aufregend.

Was wird Ihrer Meinung nach aus dem Auto in der Zukunft?
Ich mache mir schon darüber Gedanken, dass es für die Generation meiner Kinder anders sein wird als für uns. Wissen Sie, ich wurde zu einer Zeit geboren, in der das Auto als etwas ganz Besonderes galt, das war auch bei meiner Familie so. Ich erinnere mich daran, dass es ein großer Tag war, als mein Vater ein neues Auto bekam. Ich ging morgens zur Schule und war aufgeregt, dass da ein neues Auto steht, wenn ich wieder nach Hause komme.

»Ich glaube nicht, dass unsere Kinder, dass meine Kinder die gleiche Beziehung zu Fahrzeugen haben werden wie ich damals.«

Ewan McGregor

Ist das etwas Gutes oder etwas Schlechtes?
Vielleicht ist das etwas Gutes. Vielleicht brauchen wir nicht so viele Autos auf den Straßen, vielleicht wird die nächste Generation eher auf Carsharing setzen und vielleicht wird es autonom fahrende Autos geben, die einen abholen und dorthin bringen, wo man hinmuss. Natürlich weiß ich nicht, was genau die Zukunft bringen wird. Ich weiß nur, dass sich die Dinge ändern müssen. Und zwar in Bezug auf die Umweltverschmutzung und was die Nutzung fossiler Brennstoffe angeht. Ich glaube auch, dass sich das Auto selbst weiterentwickeln wird. Was wiederum meine Person angeht, besitze ich einfach gerne ein Auto oder ein Motorrad. Ich habe eine Beziehung zu meinen Fahrzeugen.

Und was für eine Beziehung haben Sie zu dem ID. Buzz?
Ich mag ihn wirklich sehr. In der VW-Community wussten wir ja schon seit Jahren, dass dieser Elektrobus irgendwann auf den Markt kommen wird. Klar gab es Videos und Online-Animationen im Netz, aber wirklich real gesehen habe ich ihn erst vor Kurzem, weil wir in Los Angeles einen Werbespot mit ihm drehten. Und dann war ich gestern in Wolfsburg, ich habe da das Werk besucht – und ich war in Hannover, wo sie den ID. Buzz herstellen. Ich sah mir die Produktion an und schaute zu, wie der Bus hergestellt wird. Ich durfte mich sogar reinsetzen und ein bisschen fahren. Es ist ein wirklich freundliches Fahrzeug. Es ist fröhlich, wie der Original-Bus, wissen Sie? In Deutschland nennt man sie Bullis, oder? Der Bulli?

Sprechen wir über Nachhaltigkeit. Wie definieren Sie den Begriff für sich?
Wir müssen versuchen, auf unseren Planeten zu achten. Wir müssen unser Verhalten und unsere Gewohnheiten überdenken, um unsere Erde zu retten. Und ich glaube, dass man das im Kleinen und im Großen tun kann. Für mich ist das Fahren eines Elektrofahrzeugs eine Möglichkeit. Es gibt mir das Gefühl, etwas zu tun. Ich besitze ja einen alten Käfer Baujahr 1954. Über die Jahre – ich habe ihn 2008 gekauft – habe ich verschiedene Motoren in das Fahrzeuge eingebaut. Vor zwei Jahren ließ ich ihn dann von der Firma EV West in San Diego auf vollelektrischen Antrieb umrüsten.

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