FINE ART PRINTS by ramp: der Maserati des Prinzen als exklusiver Einzeldruck

Es ist der Maserati des Prinzen Bira. Und natürlich fährst du ihn auch. Am besten bei Nacht. So genießt man Geschichte.
Text Jürgen Lewandowski
Bild Bernd Kammerer

Es erleichtert das Leben doch erheblich, einen König zum Großvater zu haben. Im Falle Birabongse Bhanutej Bhanubandhs war es der thailändische Monarch Mongkut, der dem Enkel ein sorgenfreies Leben ermöglichte. Gerade einmal 13-jährig kam Birabongse Bhanutej Bhanubandh 1927 vom damaligen Siam nach Großbritannien. Begleitet wurde er von seinem älteren Cousin Chula Chakrabongse, der auf den jungen Prinzen aufpassen sollte. Bei dem illustren Elternhaus war eine erstklassige Ausbildung selbstverständlich – und so kam nach dem Elite-Internat Eton das Studium in Cambridge. Und natürlich lebte Birabongse Bhanutej Bhanubandh ein aufregendes Leben: mit viel Social Life, einer großen Yacht, Renommee als Bildhauer und teuren Hobbys.

Der Prinz flog selbst, seine große Leidenschaft aber waren seine Autos, seine Rennwagen. Zum 18. Geburtstag hatte er von seinem Cousin Chula einen MG Magnette geschenkt bekommen, rasch sollten Modelle der Häuser Invicta und Bentley folgen. Zu seinem 20. Geburtstag gab es dann einen Riley Imp, mit dem »B. Bira« – das war das Pseudonym des Prinzen mit dem unaussprechlichen Namen – an Zuverlässigkeitsfahrten teilnahm.

Doch das genügte dem geschwindigkeitsbesessenen Adligen nicht: Nur ein Jahr später stand bereits einer der legendären ERA auf der Geburtstagsparty – in dem hellen Blau des Abendkleids lackiert, das eine dänische Freundin auf einem Ball im Savoy-Hotel getragen hatte. Eine Farbe, die »Bira« sofort zur siamesischen Rennfarbe erklärte und die ab 1939 mit einem gelben Rahmen und gelben Felgen ergänzt wurde. Klar, dass auch gleich noch ein Rennstall mit dem Namen White Mouse Stable gegründet wurde, den Prinz Chula leitete.

Insgesamt erwarb der Rennstall drei ERAs, mit denen »B. Bira« erstaunlich erfolgreich war. Dann wurden die Fahrzeuge immer exotischer: 1936 kam einer der großen, 280 PS starken Maserati 8CM dazu, der ein Jahr später von zwei Zwölf-Zylinder-Delage aus dem Jahr 1927 ergänzt wurde. Doch des Prinzen liebste Rennwagen blieben stets die ERA, die ihn begleiteten, bis 1947 einer der Motoren platzte. Prinz Bira war nie einer der schnellsten Rennfahrer, aber er konnte den fehlenden Top-Speed mit Routine und Zähigkeit ausgleichen.

Dass die Werks-Teams auf seine Dienste verzichteten, lag wohl vor allem daran, dass der Siamese extrem kurzsichtig und auf starke Brillen angewiesen war. Als er 1947 einen Maserati 4CL kaufte, mit dem er gleich den GP des Frontières gewann, war seine Liebe zu den Rennwagen aus Modena erneut geweckt. 1948 siegte er mit dem neuen 4CLT/48 in Zandvoort, dann nahm er – nachdem der White Mouse Stable aufgelöst worden war – mit den von Enrico Platé getunten Maserati an der GP-Weltmeisterschaft teil. Parallel fuhr der mittlerweile nahezu 40-Jährige auch noch für Gordini, für HWM und Connaught – doch als der beste Rennwagen seines Lebens sollte sich der hier abgebildete 250F mit der Fahrgestellnummer 2504 erweisen, den Birabongse Bha­nutej Bhanubandh Ende 1954 erwarb.

»In den Händen des talentierten Prinzen wurde der 250F seinem Ruf gerecht, ein problemlos zu fahrender Siegerwagen zu sein.«

Natürlich startete auch dieser Rennwagen in Siam-Blau, ein späterer Besitzer lackierte ihn jedoch dunkelblau – in einem so umwerfend schönen Ton, dass auch der heutige Besitzer des Prinzen-Maserati sich entschloss, den Wagen in dieser Farbe zu belassen. In den Händen des talentierten Prinzen wurde der 250F seinem Ruf gerecht, ein problemlos zu fahrender Siegerwagen zu sein.

Noch immer fuhr der Siamese unter seinem Pseudonym B. Bira – und er siegte einmal mehr beim GP des Frontières, erreichte beim GP de Rouen und dem GP von Pescara zweimal Rang zwei und schaffte es beim GP von Frankreich auf Rang vier. Das darauffolgende Jahr begann mit einem Sieg beim GP von Neuseeland, doch nach einem dritten Rang bei der Silverstone International Trophy beschloss der mittlerweile 41-jährige Prinz, dem Rennsport und seinem geliebten 250F Adieu zu sagen – er stieg aus und verkündete: »That’s it – and goodbye«.

Birabongse Bhanutej Bhanubandh verkaufte seine Rennwagen – der 250F ging an Horace Gould, der sich mit Bruce Halford noch etliche Jahre lang erfolgreich einsetzte – und flog zurück in seine Heimat, wo er eine Fluggesellschaft gründete. Die nächsten 30 Jahre verbrachte der Prinz in Thailand, wo er seine Geschäfte ebenso erfolgreich wie seine Rennkarriere betrieb – am 23. Dezember 1985 erlag »B. Bira« einem Herzschlag; in London, in einer U-Bahn-Station.

FINE ART PRINT

Es war der beste Rennwagen seines Lebens: der Maserati 250 F mit der Fahrgestellnummer 2504. Das Einzelstück gibt es für 5.000 Euro als exklusiven FINE ART PRINT by ramp. Bei Anfragen wenden Sie sich gerne an Cedric Pfaus:

Tel.: 07121 - 433 04-755
E-Mail: cp@ramp-space.com


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