Glory Days: Schlegelmilchs Formel-1-Fotografien

Nie waren Ruhm, Rausch und Tragik so eng und so sichtbar miteinander verwoben wie in der Formel 1 in den 1960er-Jahren. Wovon die Fotos von Rainer W. Schlegelmilch / Motorsport Images bis heute zeugen. Jetzt ist eine Auswahl seiner besten Aufnahmen in der Bucherer Gallery in Zürich zu sehen.
Text Alfred Rzyski
Bild Rainer W. Schlegelmilch / Motorsport Images

Die Sechziger in der Formel 1 – bis heute eine unvergessene Zeit: Rivalen sind auch miteinander befreundet, verbringen sogar gemeinsam die freie Zeit zwischen Training und Rennen. Wovon es damals übrigens genug gibt, zumal es bei Teambesprechungen angesichts überschaubarer Technik und Fahrwerkeinstellungen nicht so viel zu reden gibt wie heute. Graham Hill, der Weltmeister von 1962 und 1968, greift deshalb auch gern mal selbst zum Schraubenschlüssel. Auslaufzonen? Fehlanzeige! Das Publikum sieht den Legenden aus der Nähe bei der Arbeit zu. Halbschalenhelm und tief ausgeschnittenen Cockpits sei Dank ist die Mimik – von Konzentration bis Anstrengung – klar zu erkennen. Genau die fängt auch der der deutsche Fotograf Rainer W. Schlegelmilch ein. So gut, dass auch er zur Ikone wird – nur eben als Fotograf und nicht als Formel-1-Pilot.

Seine Berufswahl ist dafür ein bisschen ungefährlicher als die seiner Protagonisten – der dreifache Weltmeister Jackie Stewart zählt am Ende seiner Fahrerkarriere nach, dass er 57 Kollegen verloren hatte. Allen voran 1968 in Hockenheim seinen Freund Jim Clark. Besonders anschaulich drückt es Hans Herrmann, heute 93, aus: »Beim Kauf einer Tube Zahnpasta habe ich mir manchmal überlegt, ob ich sie überhaupt aufbrauchen werde.« Warum das alles? Leidenschaft, Hingabe an den Sport, der unbändige Wille, zu bezwingen, was kaum ein anderer beherrscht. Und genau diesen Willen sieht man in den nahbaren und authentischen Aufnahmen Schlegelmilchs.

Weitere Aufnahmen von Rainer W. Schlegelmilch finden sie in der Bucherer Gallery in Zürich und in der aktuellen ramp #54.


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