Kiloweise Dolce Vita: Die ramp Buchcharts

Die Sommerferien sind gerade vorbei, sie wollen aber trotzdem nicht vom leichten Leben in Italien ablassen? Hilfe naht. Und zwar in großen und gewichtigen Buch-Portionen. Roadtrip-Tipps für die USA gibt es aber auch, genauso wie Leinwandlegenden und eine Motorsportikone.
Text Wiebke Brauer
Bild Presse

E-Type auf Wellen

Feiern wir gleich doppelt Geburtstag: 1842 wurde in Sarnico am Iseosee die Bootswerft Riva gegründet, 1962 kam das von Carlo Riva entwickelte Modell Aquarama auf den Markt. Mitschuld am Erfolg war Gianni Agnelli:Als Riva den Prototypen in Monaco testete, fragte der Fiat-Boss, ob er das Boot fahren dürfe, drehte seine Runden – und damit wurde der schlanke Mahagoni-Flitzer zum Inbegriff des Dolce Vita.

Credit: Oliver Pilcher

Sean Connery besaß ein Boot, Gunter Sachs sowieso. Heute existieren noch etwa 650 der 760 gebauten Boote. Die Preise können Sie sich vorstellen. Die Hommage in Papierform ist eine Idee günstiger, trotzdem müssen Sie sich darum bemühen, weil es sehr, sehr gefragt ist.


Michael Verdon: Riva Aquarama. Assouline. 920 Euro




What a Way to Go!

»Am Ende erkennt man einen Mann daran, was er tut. Nicht daran, was er sagt oder wie blau seine Augen sind.« Der Satz stammt vom Regisseur Martin Ritt, der mehrere Filme mit Paul Newman drehte. Ein paar Fakten, die man vielleicht noch nicht kennt: 1925 wurde Newman in Shaker Heights, Ohio, geboren, er kehrte im zweiten Weltkrieg als einziger Überlebender seines Geschwaders wieder zurück und führte pflichtschuldig bis zum Tod des Vaters 1950 dessen Sportgeschäft weiter. Zum Superstar wurde er mit 38 Jahren, zehn Mal war er für den Oscar nominiert, bekam ihn aber erst – abgesehen von dem für sein Lebenswerk – für »Die Farbe des Geldes«.

Terry O'Neill / Iconic Images

Tja, und dann war da noch seine Salatsoße, die er in das Lebensmittel-Imperium Newman’s Own verwandelte. Dass er erfolgreich Rennen fuhr, wissen wiederum die meisten. »Rennfahren ist die beste Art, die ich kenne, all dem Müll in Hollywood zu entkommen«, erklärte er mal. Nun ist nicht nur ein Bildband mit noch unbekannten Fotos von ihm erschienen, gerade lief auch auf HBOMax eine sechsteilige Dokumentation über Newman und Joanne Woodward, mit der er fünfzig Jahre verheiratet war, Regie führte Ethan Hawke. Sprich, es gibt genug Gelegenheiten, diesen außergewöhnlichen Mann noch einmal neu zu entdecken.

James Clarke: Paul Newman:
Blue-Eyed Cool. ACC Art Books.
52,25 Euro






Neues von der Legende

Man meint, es gäbe über den Ford GT40 nichts mehr zu sagen, das Auto wurde popkulturell x-mal durch den Wolf gedreht und jedes Geheimnis gelüftet. Wenn es da nicht dieses neue Buch gäbe, in dem sich 32 Geschichten nochmal jedem Detail widmen: dem Design und der Entwicklung des Wagens, den Renngeschichten und Gegnern, dem Team der Scuderia Filipinetti, welches das Auto 1965 in Le Mans einsetzte, der Namenskontroverse von 2005 oder dem nicht aufgezeichneten Motortausch. Man lernt doch nie aus. Gut so.

John Allen & Colin Endeacott: Ford GT40 Anthology: A Unique Compilation of Stories About these Most Iconic Cars. Veloce. 57 Euro<

Jenseits von Eden

»So entdeckte ich eines Tages, dass ich mein eigenes Land nicht mehr kannte«, schrieb John Steinbeck in »Die Reise mit Charley: Auf der Suche nach Amerika«. Im Herbst 1960 startete der damals 58-jährige Schriftsteller eine Amerika-Rundreise mit einem eigens angefertigten Camper namens Rocinante, benannt nach Don Quijotes Pferd. Unser Rat: Schnappen Sie sich das nach wie vor brandaktuelle Buch, das mehr Gesellschaftskritik denn Reiseroman ist,dazu den Bildband »The Great American Road Trip«, und fahren Sie los.

gestalten, Aether & Laura Austin:
The Great American Road Trip: Roam the Roads From Coast to Coast. gestalten.
45 Euro


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