Kurt Molzer und der schwarze De Tomaso Pantera

Ehrliche Arbeit. Autofahren in Reinform, mit Kuppeln und Schalten, ohne Servolenkung und elektronische Fahrhilfen, dafür aber mit viel Feuer. Ein einfaches Rezept – und unglaublich wirksam. Keine Frage, Kurt Molzer liebt den De Tomaso Pantera. Und übersteht die wilde Angelegenheit – zumindest, bis es dann ans Schreiben geht.
Text Kurt Molzer & Marko Knab
Bild Matthias Mederer · ramp.pictures

Kurt Molzer ist heiß auf dieses Auto. Nein, es ist nicht nur ein Auto, sondern ein De Tomaso Pantera. Einfach und gut. Und einfach gut mit seinem dicken V8-Motor. Stilecht und zum Namen passend in Schwarz lackiert, gefährlich und böse. Nicht zuletzt auch deshalb erinnert sich unser geschätzter Autor beim ersten Anblick an die heiße Geschichte der italienischen Marke, die ein dunkles Kapitel in der Formel 1 umfasst. Ach ja, Walter Röhrls Fahrt mit einem später ausgebrannten Ferrari schießt ihm ebenfalls in den Kopf.

Ob das gute Vorzeichen für eine Ausfahrt in einem analogen, biestigen und vor allem ziemlich seltenen Sportwagen sind? Daran zweifelt dann auch der Besitzer des Panthers, der Kurt dann aber doch noch die Schlüssel gibt. Allerdings unter der Bedingung, dass das Auto auch garantiert wieder am Stück zurückkommt. Und wenn nicht? »Dann bring ich Dich um«, soll es geheißen haben.

Aber weder diese Drohung, noch die ziemlich enge, laute und durchgehend mechanische Kulisse innerhalb des Pantera schrecken Kurt ab – manche würden behaupten, das hätte ihn sogar noch motiviert. Oder wie sonst erklärt man sich die kindliche Freude des Herrn Molzer, als ihm zugetragen wird, dass es Flammen am Auspuff gibt? Aus erster Hand klingt das dann tatsächlich so: »Da tat sich plötzlich was in mir, da durchzuckte es mich, es war wie so ein Stromschlag am Kuhzaun, ging dann bis ins rechte Auge, das linke blieb still, tränte aber leicht. „Flammen, sagst Du, ist das wahr?“ – „Aus allen Rohren, ich bin ja nicht blind!“ Mich erfasste eine Welle unbeschreiblicher Glückseligkeit: Flammen im Heck!«

Aber weder diese Drohung, noch die ziemlich enge, laute und durchgehend mechanische Kulisse innerhalb des Pantera schrecken Kurt ab – manche würden behaupten, das hätte ihn sogar noch motiviert.

Bei aller Romantik gibt es aber auch noch diese körperliche Komponente, die der Pantera fördert und fordert: Sowohl Kupplung und Lenkung sind nichts für Zartbesaitete und Menschen mit Muskelschwäche. Kurt musste beim Ausparken noch nie so hart arbeiten, legt er Zeugnis ab. Von der historisch eher eigenwilligen Bremse ganz zu schweigen. Aber einmal in Bewegung und auf Betriebstemperatur läuft dann alles wie geschmiert – und auch die Hinterreifen schmieren kontrolliert auf den kurvigen Landstraßen. Das Ende des wilden Lieds: Kurt lebt. Und darf vielleicht mal wieder Pantera fahren. Oder etwas anderes. Allein stellt sich ganz am Ende noch heraus: Jemand hat unseren Wiener in Sachen Wissen zur Automobilgeschichte übertrumpft – und das kommt einem Mord ja fast gleich.

→ Um was es dabei geht, wie wild der Pantera tatsächlich ist und wie es Kurt dann doch noch schafft, ihn zu zähmen? Lesen Sie in der rampstyle #25 mit dem Titel »Keep It Simple and Smart«


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