Tom Brady: Das »Comeback Kid« wird 45

Mindestens zwei Spitznamen hat Thomas Edwards Patrick Brady Jr., der am 3. August 1977 in San Mateo, Kalifornien, geboren wurde. Der eine lautet »Comeback Kid« – inzwischen sind es 38 aufgeholte Rückstände in der NFL im letzten Viertel –, der andere »Tom Terrific«.
Text James Corden
Bild Randall Mesdon // Trunk Archive

Es gibt Dinge, die sich nicht in eine andere Sprache übersetzen lassen, die einfach für sich stehen. So gibt es im Englischen das Akronym GOAT für »Greatest Of All Time«, vermutlich war Muhammad Ali der Erste, für den es verwendet wurde, und aktuell trifft es auf vor allem auf einen Menschen zu: auf die Football-Legende Tom Brady. Ein Gespräch über abgelegte Marotten, Lebensansichten und die Antwort auf die Frage, was jemanden noch antreibt, der doch schon alles erreicht hat.

Welche Bedeutung spielt Timing für Sie?
Tom Brady: Wenn Timing und der Rhythmus passen, gewinnt man in einem Spiel die Oberhand und kann es von diesem Zeitpunkt an steuern. Was allerdings schwierig ist, zumal so viele unkalkulierbare Faktoren hineinspielen. Allen voran der Gegner, der ja genau das Gleiche versucht. Bei einem schlechten Rhythmus und miesen Timing neigen viele Menschen dazu, einfach im selben Tempo weiterzumachen. Und dann verzetteln sie sich. Für mich ist aber genau das der Moment, in dem ich sage: Hey, slow down! Lass uns zunächst mal sehen, wo wir stehen. Wenn man in einem Spiel in der ersten Hälfte merkt, dass Rhythmus und Timing nicht stimmen, hat man immer noch Zeit, die Dinge zu ändern, sich zu überlegen, wo man ansetzen kann und was nicht funktioniert.

Apropos gutes Timing: Lassen Sie uns über Uhren sprechen. Was macht für Sie den Reiz an einer Uhr aus?
Es gibt ja nicht sonderlich viel Schmuck für Männer. Und es ist, wie Lewis eben sagte: Es hebt dein Selbstwertgefühl. Ich erinnere mich an meine College-Zeit, ich hatte einen echt alten Computer, und als Screensaver eine Uhr. Eine IWC GST Automatic Alarm aus den späten 1990ern. Mein Traum war immer, diese Uhr zu kaufen, wenn ich genug Geld verdiene. Und eines Tages ging ich zu Tourneau in der 57. Straße in New York und kam mit dieser wunderschönen IWC-Uhr heraus. Ich besitze die Uhr noch immer.

»Ich wollte immer die beste Version meiner selbst sein und nicht der Beste von allen.«

Tom Brady

Sie haben unglaublich viel erreicht. Wie schaffen Sie es, sich immer wieder neu zu motivieren?
Brady: Zunächst ist das, was ich tue, für mich kein Job, sondern echte Liebe. Mag sein, dass Menschen mich oder uns ansehen und sich fragen, was wir noch erreichen wollen. Aber diese Frage stellt sich für mich gar nicht. Warum sollte ich mit etwas aufhören, das ich liebe? Dieser Gedanke und die Bereitschaft, immer weiter zu lernen – das ist es, was Spaß macht. Ich wollte immer die beste Version meiner selbst sein und nicht der Beste von allen. Für mich war immer wichtig, dass ich möglichst gut vorbereitet bin, und ich wollte immer für mich und meine Mannschaft alles geben. Selbst wenn man nicht den Erfolg erreicht, den man sich wünscht, spürt man eine Zufriedenheit. Vielleicht kein Glücksgefühl, aber dafür mit sich im Reinen, weil man weiß, dass man alles versucht hat.

Sprechen wir über Aberglaube oder Glücksbringer. Ich habe noch nie einen Sportler getroffen, der keine hat – welche Glücksbringer haben Sie, welche Rituale?
Brady: Dann ist es heute das erste Mal, dass Sie jemanden ohne Glücksbringer treffen. Ich habe keine.

Was? Keine Rituale? Nicht mal so etwas, dass Sie einen bestimmten Handschuh zuerst anziehen oder eine Münze im Schuh haben?
Brady: Das unterscheidet die Sieger von den Verlierern. Die beschäftigen sich vielleicht zu sehr damit, was man zuerst anzieht…

Von 2000 bis 2019 stand Brady bei den New England Patriots unter Vertrag, mit ihnen zog er neun Mal in den Super Bowl ein, zudem ein Mal mit Tampa Bay, sieben Siege sind es insgesamt. Die Liste seiner Rekorde ist so lang, dass eine Aufzählung hier deutlich den Rahmen sprengen würde.

→ Lesen Sie das gesamte Interview mit Tom Brady in der rampstyle #22


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