Range Rover SV Coupé: Auf Maß geschneidert

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Dirk Kunde

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www.landrover.com 

Land Rover feiert sein Markenjubiläum mit einer limitierten Neuauflage des Range Rover SV Coupé. Er ist: Limitiert in der Stückzahl, äußerlich maßgeschneidert auf Kundenwünsche, dabei durch und durch hochwertig. Und: zweitürig. Schließlich war der erste Range Rover von 1970 auch ein Zweitürer. Tradition verpflichtet schließlich.

Familienwappen auf den Kopfstützen, Gravuren auf den Einstiegsleisten und den inneren Aluminium-Türgriffen. Das Anilinleder der Vordersitze hat eine andere Farbe als die Sitze im Fonds. Je nach dem, wie es der Käufer wünscht. Das geht bis in die Kontrastnähte. Und natürlich aufs Äußerste: Die Karosserie schimmert in einer individuellen Flüssigmetall-Optik in zwei Akzenten. Lange Beschreibung, kurzer Sinn: Der Range Rover SV Coupé ist das Höchstmaß an Individualität im Segment der Luxus-Geländewagen. John Edwards, Managing Director Special Operations bei Land Rover, betont: »Sie können mit jeglicher Farbvorlage zu uns kommen.« Dass diese selbstredend umgesetzt wird, braucht er nicht hinzuzufügen. Das versteht sich für einen Gentleman von selbst.

Die Abteilung Special Operations konzentriert sich bei Land Rover auf die Instandsetzung von Oldtimern, Maßanfertigungen, Sondermodellen sowie Accessoires. Zur Feier des 70. Firmenjubiläum von Land Rover haben die Ingenieure und Designer den SV (Special Vehicle) Coupé entworfen. Angefangen hat alles mit der Land Rover Series 1 auf der Amsterdam Autoshow im April 1948. Im Sommer 1970 kommt der zweitürige Range Rover, heute als »Classic« bekannt, auf den Markt. In den 48 Jahren  seiner Produktionszeit wird der Geländewagen in vier Modellgenerationen mehr als eine Million Mal gebaut. Sein Erfolgsrezept: Er bringt den Lifestyle ins Grüne – und wird so zum Wegbereiter für die Sport Utility Vehicles (SUV). Aber das ist eine andere Geschichte. Denn erst einmal setzt er Meilensteine in der Welt der Technik. So war der Classic der erste 4×4 mit permanentem Allradantrieb. Das bietet auch der SV Coupé heute, doch statt 3,5 Liter hat der V8-Kompressorbenziner heute 5 Liter Hubraum. Seine 416 kW (565 PS) beschleunigen das Auto in 5,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und weiter bis 266 km/h. Dabei ist der SV Coupé immer noch ein Geländewagen. Er besitzt eine Wattiefe von 90 Zentimetern und eine Zugkraft von 3,5 Tonnen.

Eigenständiger Entwurf
Das Kantige seines Vorläufers hat der SV Coupé komplett abgelegt. Die damals markanten Rückspiegel sind von der Front der Motorhaube an die A-Säule gerutscht. Die Neuauflage ist etwas kürzer und acht Millimeter tiefer als der reguläre Range Rover. Die rahmenlosen Fenster und die nach hinten abfallende Dachlinie verleihen ihm mehr Sportlichkeit. Dabei betont Designer Gerry McGovern, dass der SV Coupé ein eigenständiger Entwurf ist. Lediglich die Motorhaube und der untere Teil der Heckklappe sind von Marken-Geschwistern übernommen. Die Ingenieure haben das Fahrwerk neu abgestimmt, mit einem Fokus auf Dynamik und Fahrerorientierung.

Außen fallen vor allem die seitlichen Lufteinlässe und die 23-Zoll-Reifen ins Auge. Nach dem Einsteigen beeindruckt das helle Innere. Das Panorama-Glasdach sorgt für viel Tageslicht. Ausfahrbare Trittbretter im Fahrzeugboden und Vordersitze, die ein Elektromotor ganz nach vorn schiebt, erleichtern das Einsteigen für die beiden Personen auf den hinteren Sitzen. Hier ist ausreichend Bein- und Kopffreiheit vorhanden. Die Sitzposition lässt sich elektrisch den eigenen Vorlieben anpassen. Eine breite Mittelkonsole trennt auf voller Länge Vorder- und Rücksitze und lässt ausreichend Platz für die Arme. Im Prototyp wurde die Variante Nautica verbaut. Die Kombination aus Nussbaum- und Bergahornholz könnte man auch in einer Yacht finden. Das ist ja auch die Idee der Maßschneiderei: Angehende Besitzer können mit Farbmustern aus dem Inneren ihrer Yacht zu Land Rover kommen und das Fahrzeuginnere für den Ausflug zur Marina anpassen.

999 Geländewagen in Handarbeit
Die beiden Türen öffnen elektrisch. Lediglich das Aussteigen von den hinteren Sitzen ist für erwachsene Menschen etwas mühsam. Warum Land Rover unbedingt die Parallele zum allerersten Zweitürer der Serie aufleben lassen musste? John Edwards klärt auf: »Mit diesem Fahrzeug bringt niemand die Kinder jeden Tag zur Schule oder erledigt die Einkäufe.« Die Nutzung dürfte so aussehen, dass ein Pärchen den SV Coupé für den Wochenendausflug aufs Land oder ans Meer nutzt. Dabei begleitet sie ein Soundsystem mit 23 Lautsprechern und einem Zweikanal-Subwoofer mit insgesamt 1.700 Watt, gesteuert über zwei moderne, zehn Zoll große Touchscreens in der Mittelkonsole. Sollte ausreichen für einen gepflegten Lifestyle.

Erste Interessenten durften kurz vor Weihnachten in London und im Februar in Paris einen Blick auf den Prototypen werfen, der beim Genfer Autosalon der Öffentlichkeit präsentiert wurde. »Von den rund 200 Leuten, haben rund 80 Prozent bestellt«, verrät Mark Stanton, Director Special Vehicle Operations. Land Rover dürfte also keine Schwierigkeiten haben, die geplanten 999 Stück zu verkaufen. Die müssen nur ein bisschen Geduld mitbringen. Denn das exklusive Gefährt wird natürlich in Handarbeit gefertigt im neuen Technikzentrum der Abteilung Special Vehicle Operations in Ryton-on-Dunsmore bei Coventry. Ausgeliefert wird dann ab dem vierten Quartal 2018. Aber für ein das maßgeschneidertes Innenleben wartet man dann gerne ein bisschen.

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